Herausforderungen bei der Umsetzung des neuen OpRisk Standardansatzes

Ab 2023 soll der neue Standardansatz (SA) zur Bestimmung der Kapitalanforderungen für operationelle Risiken für alle Banken verpflichtend eingeführt werden. Mit der Veröffentlichung eines Entwurfs zur Anpassung der CRR ist im ersten Halbjahr 2021 zu rechnen. Während die Freiräume, die durch das Baseler Komitee in BCBS 424 explizit eingeräumt wurden, bereits von der EBA kommentiert wurden, bleiben verschiedene Auslegungs- sowie Umsetzungsmöglichkeiten bestehen. In diesem Artikel werden diverse Herausforderungen bei der Umsetzung der Anforderungen sowie entsprechende Lösungsansätze diskutiert.

Die Kapitalanforderungen werden zukünftig im Wesentlichen von zwei Komponenten bestimmt: der business indicator component BIC und der loss component LC.

Zur Ermittlung der BIC werden Informationen des Accountings benötigt. Diese Daten können aus FinRep Meldetemplates entnommen werden. Allerdings erlaubt der neue SA explizit den Abzug bestimmter Geschäftserfolge, die für die Bestimmung der Kapitalanforderungen nicht herangezogen werden sollen. Dadurch eröffnet sich hier Spielraum zur Optimierung der Kapitalanforderungen durch die Institute.

Zur Ermittlung der LC werden die bankeigenen Verlustdaten der letzten 10 Jahre herangezogen. Damit diese ohne regulatorische Aufschläge berücksichtigt werden können, müssen qualitative Anforderungen an die Verlustdatensammlung für eine hinreichend lange Historie (min. 5 Jahre) erfüllt sein. Insbesondere spielt zukünftig das Buchungsdatum einzelner Verluste eine zentrale Rolle, was für viele Banken eine Restrukturierung ihrer Verlustdatenbank erforderlich macht.

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