Die Herausforderungen der europäischen Energiewende sind groß: Klimaneutralität, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit erfordern neue Wege in der Entwicklung von Energieinfrastruktur. Eine neue Studie des Fraunhofer IEG in Zusammenarbeit mit Fraunhofer ISI und d-fine im Auftrag der Denkfabrik Agora Energiewende zeigt, wie eine koordinierte, sektorübergreifende Infrastrukturplanung die Kosten erheblich senken und den Grundstein für ein zukunftsfähiges Energiesystem legen kann.
Zentrales Ergebnis: Eine optimierte Netzplanung könnte Europas Energiesystem zwischen 2030 und 2050 um über 560 Milliarden Euro entlasten
Berücksichtigt man zusätzlich die Einsparungen durch vermiedene Reservekraftwerke, steigt der Betrag sogar auf 750 Milliarden Euro. Möglich machen dies integrierte Modelle, die Investitionen dorthin lenken, wo sie den höchsten Nutzen bringen – und die Synergien zwischen Strom, Wasserstoff, Gas und CO₂ sichtbar machen. Mit vier sorgfältig ausgewählten Szenarien wurde erstmals gemeinsam betrachtet, wie europäische und nationale Optimierung sowie sektorübergreifende versus sektorspezifische Ansätze die Systemkosten und Infrastrukturbedarfe beeinflussen.
Im Mittelpunkt der Analyse steht ein ganzheitliches Energiesystemmodell, das von d-fine gemeinsam mit Fraunhofer IEG und Fraunhofer ISI weiterentwickelt und umgesetzt wurde. Die Modellierungen zeigen, dass eine europaweit abgestimmte Infrastrukturplanung 505 GW weniger Reservekapazität, 15 Prozent weniger Onshore-Windleistung und 9 Prozent weniger Wasserstoff-Elektrolysekapazität erfordert als rein nationale und sektorale Ansätze – bei gleichzeitig deutlich schnellerem Ausbau erneuerbarer Energien. Investitionen ins Stromnetz bleiben in allen Szenarien unverzichtbar, was die Rolle der Elektrifizierung und die politische Priorisierung des Netzausbaus bestätigt.
Die politische Relevanz ist groß: Die Studie liefert wichtige Impulse für die europäische Energiepolitik
Daneben unterstreicht die Studie die Notwendigkeit transparenter, europaweiter Modellierung. Nur ein integrierter, offener und iterativer Prozess kann sicherstellen, dass Investitionen optimal gesteuert werden und länderübergreifende Effizienzgewinne erzielen. Mit nachgewiesener Expertise in der Strukturierung und Modellierung komplexer Energiesysteme hat d-fine als Modellierungspartner entscheidend dazu beigetragen, dieses Zusammenspiel analytisch greifbar zu machen und konkrete Empfehlungen für Infrastrukturplanung und Energiepolitik abzuleiten.
Die vollständige Studie „Integrated Infrastructure Planning and 2050 Climate Neutrality: Deriving Future-Proof European Energy Infrastructures“ sowie das dazugehörige Impulspapier stehen auf der Website von Agora Energie kostenfrei zum Download bereit.
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