Octopus für die neuen ambulanten Tarifsysteme in der Schweiz

Sicherung des Revenue Cycle unter TARDOC und ambulanten Pauschalen

Die Einführung der neuen Schweizer ambulanten Tarifsysteme – TARDOC und ambulante Pauschalen – erhöht die Anforderungen an Abrechnung, Kodierung und Leistungsgruppierung in Schweizer Spitälern erheblich. Bestehende Systemlandschaften und etablierte Abrechnungsprozesse müssen an neue tarifarische Vorgaben angepasst werden.

d-fine Switzerland unterstützt Spitäler in dieser Übergangsphase mit Octopus, einer spezialisierten Softwarelösung zur automatisierten Abrechnungsvorbereitung. Octopus unterstützt die Einhaltung tarifarischer Vorgaben, reduziert manuelle Aufwände und hilft Spitälern, die Kontinuität ihres Revenue Cycle während der Tarifumstellung sicherzustellen.

Die Herausforderung für Schweizer Spitäler

Mit der neuen ambulanten Tariflandschaft müssen Leistungen aus unterschiedlichen klinischen Systemen zu tarifrelevanten Patientenkontakten zusammengeführt werden. ICD-10-Diagnosen müssen validiert, vervollständigt und den relevanten Sitzungen zugeordnet werden. Sitzungs-IDs und Referenz-IDs müssen konsistent generiert werden, um einen reibungslosen Import in die Abrechnungssysteme zu ermöglichen.

Bestehende Legacy-Systeme decken die dafür erforderliche Logik häufig nicht vollständig ab. Dies kann zu manuellen Korrekturen, erhöhtem Arbeitsaufwand, verzögerter Abrechnung, Importfehlern und Compliance-Risiken führen. Störungen im Abrechnungsprozess können damit Erlösrisiken, administrative Ineffizienzen und regulatorische Unsicherheiten verursachen.

Die Octopus-Lösung

Octopus ist speziell für den Schweizer Markt entwickelt und auf die Unterstützung der ambulanten Abrechnung unter TARDOC und ambulanten Pauschalen ausgelegt. Octopus fungiert als Zwischensystem zwischen den Quellsystemen des Spitals und den Abrechnungssystemen. Die Lösung empfängt klinische und administrative Daten, wendet die erforderliche ambulante Tariflogik zur Leistungsgruppierung an, validiert die Vollständigkeit und Korrektheit der ICD-10-Diagnosen und exportiert regelkonforme Tarifsitzungen für die Abrechnung. Octopus lässt sich über etablierte Datenaustauschformate wie XML-Dateien, einschließlich ALIS-ähnlicher Dateien, sowie HL7-ADT-Nachrichten in bestehende Spital- und Abrechnungssystemlandschaften integrieren. Die Lösung kann on-premise betrieben werden, sodass sensible Spitaldaten innerhalb der Infrastruktur des Spitals verbleiben.

Produktiver Einsatz am Kantonsspital Baselland

Octopus ist seit März am Kantonsspital Baselland (KSBL) produktiv im Einsatz. Seit dem Go-Live hat das System fast 2 Millionen ambulante Leistungen verarbeitet und dem KSBL ermöglicht, die ambulante Abrechnung deutlich früher aufzunehmen als viele Spitäler mit vergleichbaren Umstellungsherausforderungen.

Aufbauend auf einem initialen MVP wurde Octopus in enger Zusammenarbeit mit dem KSBL zu einer robusten, regelbasierten Anwendung weiterentwickelt, die auf Zuverlässigkeit und Performance in der hochvolumigen Spitalabrechnung ausgelegt ist. Stefan Beyeler, Implementierungsverantwortlicher seitens KSBL, hebt drei Aspekte hervor:

  • Korrekte Abbildung von Sitzungen gemäß den Vorgaben des Tarifsystems unter Zusammenführung von Leistungen aus einem oder mehreren Quellsystemen.
  • Validierung und Vervollständigung von ICD-10-Diagnosen für identifizierte Sitzungen und Gruppierung der Leistungen.
  • Automatisierte Verarbeitung und Weiterleitung von 90-95% der Leistungen an das Abrechnungssystem, wobei ein manueller Eingriff nur dort erforderlich ist, wo eine fachliche Beurteilung notwendig ist.

Darüber hinaus verfügt Octopus über ein integriertes internes Kontrollsystem, das einen konsistenten Datenfluss über Import, Verarbeitung und Export hinweg unterstützt und dazu beiträgt, Datenverlust, Duplikationen oder Verfälschungen zu vermeiden.

Von der Innovationschallenge zur produktiven Lösung

Das Octopus-Projekt entstand aus einer Innovationschallenge von DayOne, unterstützt durch Innosuisse. Der initiale Fokus lag auf KI-gestützter Qualitätssicherung und Vollständigkeitsvalidierung. Aufbauend darauf entwickelte d-fine Switzerland eine produktive, regelbasierte Lösung für die ambulante Abrechnung unter den neuen Schweizer Tarifsystemen.

Octopus bildet damit eine Grundlage für weitere Automatisierungsschritte und kann künftig um zusätzliche Funktionen erweitert werden, unter anderem im Bereich KI-gestützter Prüf- und Entscheidungsprozesse.

Wir unterstützen Sie gerne bei Ihrer Tarifumstellung

Mit Octopus können Schweizer Spitäler die Kontinuität ihres Revenue Cycle sichern, den administrativen Aufwand reduzieren und eine regelkonforme ambulante Abrechnung unter TARDOC und ambulanten Pauschalen erreichen.

Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen zu Octopus und unserer Unterstützung bei der Einführung der neuen ambulanten Tarifsysteme.

Expertin

Olga Golubeva

Gerne können Sie sich mit Ihren Fragen direkt an mich wenden.

d-fine verzichtet auf Tracking und verwendet nur technisch notwendige Cookies.   [ MEHR ]

Bitte hier scrollen
Kopiert!