Revolution oder Evolution? IBOR-Ablösung – eine Übersicht

Der massive Rückgang von Geschäften im unbesicherten Interbankengeldmarkt während und nach der Finanzkrise zusammen mit dem Skandal um die Manipulation der LIBOR-Raten hat die IBOR- (LIBOR-, EURIBOR- und TIBOR-) Zinssätze und deren Verwendung als Referenzraten in Finanzgeschäften in das Blickfeld der Regulierung gerückt und deren Schwächen aufgezeigt. In Anbetracht dieser Schwächen der existierenden Referenzraten hat die IOSCO allgemeine Prinzipien für Benchmarks ausgegeben. Des Weiteren hat das Financial Stability Board (FSB) auf Wunsch der G20 einen Review der wichtigsten Referenzzinssätze durchgeführt. Als Ergebnis wurde vom FSB ein Bericht über Reformen der relevanten Referenzzinssätze veröffentlicht, in dem unter anderem die Suche nach neuen, fast risikofreien Referenzraten gefordert wird. Einen entscheidenden Impuls bekam das Thema durch eine Rede des CEO der britischen Financial Conduct Authority (FCA) Andrew Bailey im Juli 2017, in der er bekannt gab, dass eine Weiterführung der LIBOR-Quotierungen nach 2021 nicht mehr von der FCA sichergestellt wird. Damit ist ein Ende der LIBOR-Quotierungen nach 2021 ein realistisches Szenario und die Suche nach alternativen Referenzraten sowie deren Anwendung in Finanzgeschäften ein Thema von besonders hoher Relevanz. Dieses Dokument bietet einen Überblick des aktuellen Stands der Suche nach neuen Referenzzinssätzen. Des Weiteren skizzieren wir, welche Auswirkungen eine Umstellung der betroffenen Referenzraten hat und welche Vorbereitungen möglichst bald getroffen werden sollten.

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