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PRIIPs – Anlegerschutzverordnung mit hohen Anforderungen

„Welche Risiken bestehen und was könnte ich im Gegenzug dafür bekommen?“ „Welche Kosten entstehen?“ „Wie lange sollte ich die Anlage halten?“

 

Die PRIIPs-Verordnung verlangt kurze, stark verdichtete Antworten auf komplizierte, zukunftsbezogene Fragen.  

 

Ziel der EU-Verordnung Nr. 1286/2014 (PRIIPs-Verordnung) ist es, den Anlegerschutz zu stärken, indem die Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Anlageformen und die Kostentransparenz für alle betroffenen Anlageprodukte erhöht werden.

 

Diese Anforderungen werden durch  Bereitstellung von Anlegerinformationsdokumenten (Key Information Documents – KIDs) erfüllt, die unter anderem die folgenden Punkte behandeln:

  • Beschreibung der Funktionsweise des Finanzprodukts und der assoziierten Risiken (inkl. des Ausfallrisikos des Emittenten) „in einfacher Sprache“
  • Klassifizierung des Kleinanlegertyps, an den das Produkt vermarktet werden soll
  • Bewertung des Gesamtrisikos des Instruments auf einer Skala von 1 (geringstes Risiko) bis 7 (höchstes Risiko)
  • Darstellung der möglichen Wertentwicklungen des Finanzinstruments unter günstigen, moderaten und ungünstigen sowie unter gestressten Marktbedingungen
  • Offenlegung der Kosten des Finanzprodukts, sowohl in absoluten Zahlen als auch als Renditeminderung

Wer ist betroffen?

Betroffen sind eine große Bandbreite an derivativen Finanzprodukten (Packaged Retail Insurance based and Investment Products – PRIIPs). Der Anwendungsbereich der Verordnung ist bewusst weit gefasst und nur durch Negativabgrenzungen beschränkt. Insbesondere sind betroffen:

  • Strukturierte / derivative Finanzprodukte (z.B. Optionsscheine, Derivate, Zertifikate, gehebelte Termingeschäfte)
  • Instrumente, bei denen das Verlustrisiko des Anlegers über das eingesetzte Kapital hinausgeht
  • Offene und geschlossene Investmentfonds
  • Versicherungen mit Anlagecharakter wie z.B. fondsgebundene Lebensversicherungen oder PRIIPs mit Multiplen Investmentoptionen (MOPs)
  • Von Zweckgesellschaften begebene Finanzinstrumente

 

Der Hersteller eines betroffenen Finanzprodukts ist verpflichtet, für dieses Finanzprodukt ein aktuelles KID zur Verfügung zu stellen, solange dieses Produkt auf dem Primär- oder Sekundärmarkt vertrieben wird. Dies trifft nach aktuellem Stand sogar dann zu, wenn der PRIIP-Hersteller auf den Sekundärmarkt keinerlei Einfluss hat, also z.B. auch dann, wenn der Hersteller nicht als Market-Maker auftritt. Bei Nichterfüllung dieser Anforderungen droht – neben den impliziten Konsequenzen, die sich aus der fehlenden Aufklärung des Anlegers ergeben können – eine Geldbuße (s. Artikel 24 (2) e) der Verordnung).

 

Die weitere Zeitplanung

Mit Verabschiedung des zweiten Entwurfs des RTS ist neben den detaillierten Anforderungen an die KID-Erzeugung auch die weitere Zeitplanung klar: Die Verordnung ist nunmehr erstmals zum 1. Januar 2018 anzuwenden. Es besteht eine Ausnahme für Organismen zur gemeinsamen Anlage in Wertpapiere (OGAWs) sowie unter bestimmten Voraussetzungen für AIFs, die erst zum 31. Dezember 2019 KIDs zur Verfügung stellen müssen.

 

Was sind die Herausforderungen?

Für die quantitativen Aspekte des KID, insbesondere zur Ermittlung des Gesamtrisikoindikators und der möglichen Wertentwicklungen enthalten die Anhänge zur Verordnung detaillierte Vorgaben, deren Umsetzung nicht nur neue und hohe Anforderungen an Prozesse, Datenversorgung und Berechnungsmethodik stellt, sondern in Detailfragen Marktüberblick und vertiefte fachliche Kenntnisse von Regulatorik und Bewertungsmethoden fordert. Darüber hinaus sind die qualitativen Aspekte (Beschreibung des PRIIP und der assoziierten Risiken) genau auf das jeweilige PRIIP abzustimmen, was insbesondere bei einem großen Produktspektrum einen nicht zu vernachlässigenden Aufwand darstellt.

 

Unsere Expertise

d-fine ist eine der führenden auf Risk & Finance spezialisierten Unternehmensberatungen im deutschsprachigen Raum mit umfangreicher Projekterfahrung an der Schnittstelle zwischen Prozessen, Risikomodellierung und regulatorischen Anforderungen und hat im PRIIPs-Umfeld zahlreiche Projekte durchgeführt. Unser Angebot umfasst:

 

  • Konzeption und Umsetzung des Szenario-Rechnung und Gesamtrisikoindikator-Ermittlung
  • Unterstützung bei der Erstellung der Textpassagen
  • Abstimmung und Einführung der Prozesse zur Erstellung der KIDs und Überwachung der darin enthaltenen Kennzahlen
  • Unabhängige Validierung der PRIIP-Kennzahlen

 

Von der PRIIP-Gesamtlösung bis hin zur Validierung bestehender Lösungen bieten wir das gesamte Spektrum an Dienstleistungen an. Profitieren Sie von unserer Erfahrung.

 

Für weiterführende Informationen bzw. zur Vereinbarung eines individuellen Gesprächs kontaktieren Sie uns gerne telefonisch unter +49 69 907370 oder per Mail an info@d-fine.de