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MiFID II / MiFIR: Keine Pause bei den regulatorischen Anforderungen

Ein Abschnitt der Abschlusserklärung des G20-Gipfels in Pittsburgh in 2009 ist der Ausgangspunkt für eine Reihe von Reformen im Finanzsektor:


Verbesserungen auf dem außerbörslichen Markt für Derivate: Alle standardisierten außerbörslich gehandelten Derivateverträge sollten bis spätestens Ende 2012 an Börsen oder gegebenenfalls auf elektronischen Handelsplattformen gehandelt und über einen zentralen Kontrahenten abgerechnet werden. Außerbörslich gehandelte Derivateverträge sollten in zentralen Handelsdepots registriert werden. Für nicht zentral abgerechnete Verträge sollten höhere Eigenkapitalanforderungen gelten [mehr].


Nach Handel über zentrale Kontrahenten und Meldepflicht (EMIR) sowie Eigenkapitalanforderungen für nicht zentral abgerechnete Verträge (CRR) steht nun auch die Pflicht zur Nutzung von elektronischen Handelsplattformen im Rahmen der Überarbeitung der MiFID auf dem Programm.

 

Auf Basis der Erkenntnisse der letzten Jahre wird die gesamte MiFID einer ausführlichen Überarbeitung unterzogen. Analog zur CRD IV / CRR und mit dem übergeordneten Ziel zur Definition eines international einheitlichen Regelwerks („Single Rule Book“) werden dabei wesentliche Aspekte in eine nach Verabschiedung sofort EU-weit gültige Verordnung überführt, die „Markets in Financial Instruments Regulation“ (MiFIR). Die übrigen Themen werden weiterhin in einer Richtlinie (MiFID II) behandelt, die von den einzelnen Mitgliedsstaaten in nationales Recht überführt werden muss.

 

Der Ausbau bei der Nutzung von elektronischen Handelsplattformen und die damit verbundenen Infrastrukturänderungen sind nur eines von mehreren wichtigen Themenblöcken, die bei der Überarbeitung der MiFID adressiert werden. Weitere Punkte sind:

  • Erweiterte Anforderungen zur Vor- und Nachhandelstransparenz für ein breites Produktspektrum
  • Meldung von Transaktionen vieler Finanzinstrumente an die zuständigen Behörden
  • Plattformpflicht für Derivate
  • Ausweitung des Anwendungsbereichs durch erweiterte Produktliste und Wegfall von Ausnahmeregelungen
  • Aufnahme von Regelungen zu Algorithmischen und Hochfrequenz-Handel
  • Erweiterung und Verschärfung von Regelungen zum Anlegerschutz
  • Verschärfte Anforderungen an die Organisation und Leitungsorgane
  • Erweiterung der Rechte für die zuständigen Aufsichtsbehörden

Der weitere Zeitplan

Die Trilog-Verhandlungen zur MiFID II / MiFIR zwischen Europäischem Parlament, Rat und Kommission wurden am 14. Januar 2014 erfolgreich abgeschlossen. Am 15. April 2014 hat das Europäische Parlament beide Texte verabschiedet. Die Veröffentlichung von MiFID II / MiFIR im offiziellen Journal des Europäischen Parlaments erfolgte am 12. Juni 2014. Ursprünglich war geplant, dass die Anforderungen ab dem 03. Januar 2017 gelten sollen. Aufgrund der Komplexität der Anforderungen kommt es zu einer Verschiebung um ein Jahr, die am 07. Juni 2016 vom EU-Parlament beschlossen und am 17. Juni 2016 angenommen wurde. Durch diese Verschiebung gelten die Anforderungen der MiFIR ab dem 03. Januar 2018. Die Anforderungen der MiFID II müssen bis zum 03. Juli 2017 von den einzelnen Mitgliedsstaaten in nationales Recht überführt werden und sind ebenfalls ab dem 03. Januar 2018 anzuwenden.

Die ESMA wurde Ende April 2014 von der EU Kommission beauftragt, bei der Entwicklung von delegierten Rechtsakten zu unterstützen. Nach einer längeren Konsultations- und Entwicklungsphase mit Aktivitäten auf Seiten der ESMA und der EU-Kommission wurden im Frühjahr 2016 die delegierten Rechtsakte zur MiFID II/MiFIR-Umsetzung veröffentlicht. Aktuell (Juni 2016) werden schrittweise die RTS (technische Regulierungsstandards) veröffentlicht.

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Ausführliche Informationen zu unseren Referenzen und unserem Vorgehen zum Thema MiFID II / MiFIR erhalten Sie telefonisch unter +49 69 907370 oder per Mail an info@remove-this.d-fine.de, Stichwort „MiFID II“.