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Brexit – Die Auswirkungen auf den Finanzmarkt in Deutschland und Österreich

Der anstehende Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU hat weitreichenden Folgen für den Finanzmarkt in Europa.


In London werden derzeit weit mehr als die Hälfte aller weltweiten Euro-Kontrakte gecleart. Weiterhin beheimatet und beaufsichtigt London wichtige Börsen wie die LSE oder LME, Handelsplätze wie Bloomberg oder Tradeweb, Ratingagenturen, deren Ratings in den Kreditrisikomodellen vieler Banken in der EU verwendet werden sowie weitere für die Funktionsweise der europäischen Finanzmärkte essentielle Infrastruktur.


Unabhängig vom Verlauf der Verhandlungen über den Austritt können Finanzinstitute in Deutschland schon heute die notwendigen Vorhaben planen:

 

1) Betroffenheit als globales Institut mit Sitz in UK („outside-in“) in u.a. folgenden Situationen:

 

  • Verlagerung von Kredit- und Einlagengeschäft, Wertpapier- oder Derivatehandel nach Deutschland
  • Erbringung lizenzpflichtiger Dienstleistungen aus Deutschland heraus, wie bspw. Anlageberatung, Anlagevermittlung oder Abschlussvermittlung
  • Betreuung vermögender Kunden aus Deutschland heraus (Wealth Management, Vermögensverwaltung)
  • Verlagerung des Unternehmenskundengeschäfts nach Deutschland (u.a. Zins- und FX-Derivate, Darlehen, Corporate Finance, Trade Finance)
  • Betreuung institutioneller Kunden aus Deutschland heraus (u.a. Kundenderivate, Structured Products, Bespoke Solutions)
  • Verlagerung der Konzeption und des Vertriebs von Retail- und Investment-Produkten

Jede dieser individuellen Situationen erfordert unterschiedliche Maßnahmen, die folgende Aspekte umfassen können:

  • das Beantragen neuer Lizenzen sowie die effiziente Erzielung einer grundlegenden Compliance mit den lokalen Standards des neuen Sitzlandes (z.B. MaRisk)
  • die Erweiterung der Handels- und Abwicklungsinfrastruktur
  • Implementierung quantitativer Methoden zur Bewertung und Steuerung eines ausgegliederten Teilportfolios unter veränderten regulatorischen Rahmenbedingungen
  • der Ausbau des Risikocontrollings und ggf. Anmeldung neuer oder weiterentwickelter interner Modelle für Säule 1 unter der neuen nationalen bzw. europäischen Aufsicht
  • die Umsetzung nationaler Anforderungen an das aufsichtsrechtliche Meldewesen, z.B. Geldmarktstatistik
  • die Berücksichtigung nationaler Rechnungslegungsstandards
2) Betroffenheit als Institut außerhalb von UK („inside-out“) in u.a. folgenden Situationen:

 

  • Anbindung einer weiteren CCP oder Erweiterung um neue Assetklassen
  • Wechsel des Transaktionsregisters, ggf. im Rahmen der Umsetzung einer neuen Meldearchitektur über einen zentralen Hub für EMIR, MiFIR, SFTR und ggf. FinfraG
  • Review der ausländischen Börsen, Broker, Handels- und Abwicklungspartner
  • Strategische Neuausrichtung des UK-Geschäfts

Wir unterstützen Sie gerne entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von der Strategie/ Proof of Concept über Analyse und Planung bis zur Konzeption und Implementierung in den IT-Systemen des Hauses.


d-fine ist mit 700 Kapitalmarkt- und Regulierungs-Experten alleine in Deutschland, Österreich und dem Vereinigten Königreich der ideale Partner, um die Auswirkungen des Brexit zu analysieren und geeignete Maßnahmen für Ihr Institut abzuleiten. Egal ob ein UK-based Institut, das den Zugang zum Binnenmarkt nicht verlieren möchte oder ein in Deutschland oder Österreich ansässiges Haus, um z.B. die Auswirkungen des Wegfalls des Status „qualified CCP unter EMIR“ der LCH.Clearnet zu kompensieren.


Nehmen Sie gerne Kontakt mit unseren Experten auf unter info@remove-this.d-fine.de, Stichwort „Brexit“.