tracker

Interview* mit Dr. Stefanie Ulsamer (ehemalige Senior Managerin)

Zur Person

Dr. Stefanie Ulsamer noch während ihrer Tätigkeit bei d-fine im Gespräch mit Yasemin Geissler aus der Personalabteilung

Dr. Stefanie Ulsamer – heute arbeitet sie bei der Zürcher Kantonalbank als Leiterin der Abteilung „Business Development und Trading Systems“. Ihr Einstieg 2004 erfolgte nach ihrer Promotion in Mathematik als Beraterin bei d-fine in Frankfurt. Nach mehreren Beförderungen arbeitete sie als Senior Managerin bei der d-fine AG in Zürich.

Physiker und Mathematiker in der Beratung

Was machen Physiker und Mathematiker in der Risikomanagement-Beratung für den Finanzbereich?

Das mag auf den ersten Blick ungewöhnlich klingen, aber gerade ein Studienhintergrund mit quantitativem Schwerpunkt bietet die besten Voraussetzungen für die Arbeit bei d-fine. Das meiste von dem, was ich im Studium thematisch bearbeitet habe, wende ich zwar nicht direkt an – das Studium bildet aber das Rüstzeug und benötigtes Hintergrundwissen, um bestimmte Probleme und Sachverhalte zu verstehen (z.B. bei der Bewertung von Finanzprodukten). Es vermittelt zudem eine Art ‚mathematisch‘ analytisch zu denken, eine Problemstellung logisch zu strukturieren, im Team zu lösen, Widersprüche herauszufinden, Dinge zu hinterfragen und die Ergebnisse an sehr konkreten, objektiven Maßstäben zu messen. Halbe Lösungen führen auch hier nicht zum Ziel. Natürlich ist es hilfreich, wenn man sich während des Studiums schon mit Finanzmathematik oder konkreten Lösungsalgorithmen beschäftigt hat, aber nicht zwingende Voraussetzung. Wenn man IT- bzw. Programmierkenntnisse bereits zur Lösung von Problemen verwendet hat, ist das auch von Vorteil; zumindest sollte man ein gewisses technisches Verständnis mitbringen. Das nötige Bank- und Finanzwissen, über Organisation, Prozesse und Produkte, die entsprechenden IT-Umgebungen und rechtlichen Rahmenbedingungen eignet man sich dann im Zuge von Schulungen, durch die Literatur und in konkreten Projekterfahrungen an.

Projektarbeit vs. Arbeiten an der Uni

Was zeichnet die Projektarbeit im Vergleich zur Uni aus?

Die Projektarbeit hat immer ein inhaltlich und zeitlich vorgegebenes Ziel. Es gibt eine konkrete Problemstellung und somit ein bekanntes Ende, auf das man in definierten, überschaubaren Arbeitspaketen hinarbeitet. Man weiß also von Anfang an, wo und dass man ankommen wird. Das vermittelt ein gutes Gefühl; im Vergleich zur wissenschaftlichen Forschung ist das ein viel konkreteres Arbeiten. Auf dem Weg dorthin erwachsen gleichzeitig aber immer wieder neue Teilprobleme, die auf entsprechenden Kundenanforderungen beruhen, und die entsprechend den Zielvorgaben zu lösen sind.

Die typische Beraterwoche

Wie sieht eine typische Beraterwoche aus?

In der Regel reist man montags morgens zum Projekt und arbeitet unter der Woche vor Ort in den Räumlichkeiten des Kunden. Man übernachtet in einem nahe gelegenen Hotel oder einer Projektwohnung und fährt freitags nachmittags wieder nach Hause. Die Projektarbeit selbst ist sehr unterschiedlich, einerseits abhängig von den inhaltlichen Themen, andererseits von der ‚Phase‘ des Projektes, in der man gerade ist. So gibt es bei der Einführung eines Handelssystems bei einer Bank z.B. eine typische Konzeptionsphase, eine typische Entwicklungs- bzw. Umsetzungsphase und eine typische Testphase etc.

Warum d-fine?

Was macht d-fine in deinen Augen aus?

Bei d-fine wird jeder wirklich ernst genommen, und zwar von Anfang an. Man bekommt nicht alles ‚vorgekaut‘ sondern kann sich selbst einbringen und sehr schnell sehr selbständig Arbeitspakete bearbeiten, die man dann im Team und mit der Unterstützung und dem Wissen erfahrener Kollegen zu einem größeren Ganzen zusammenbringt. Ob auf dem Projekt oder bei organisatorischen Themen – konkrete Verbesserungsvorschläge werden immer angehört und wenn sinnvoll und umsetzbar auch aufgegriffen. Das passiert zwar nicht immer sofort, aber man findet zumindest immer ein offenes Ohr, auch direkt bei den Geschäftsführern. Und ich habe vom ersten Tag in meinem Beraterleben bis heute das Gefühl, dass das immer noch gilt.

Rückblick

Und heute? Wir haben mit Stefanie 1,5 Jahre nach ihrem Austritt gesprochen und wollten von ihr wissen: Warum hast du dich für einen Arbeitgeberwechsel entschieden?

Ich wollte nach beinahe 10 Jahren Beratung einen etwas ruhigeren Arbeitsalltag und auch eine feste Wohnort-Basis haben; gleichzeitig hat sich mir bei meinem jetzigen Arbeitgeber eine „Traumstelle“ angeboten; das hat dann schließlich den Ausschlag zum Wechsel gegeben.

Wenn du nun auf die Zeit bei d-fine zurückblickst, was hat dir bei d-fine besonders gefallen?

Die Herausforderung in einem Team von hoch intelligenten, motivierten und freundlichen Kollegen zu arbeiten, die alle in etwa einen vergleichbaren Background haben, wie ich - und alle auch ein bisschen „verrückt“ sind ;-)

*Der Lesbarkeit halber wurde im Interview auf die jeweilige Nennung der männlichen und weiblichen Formen (z.B. Berater und Beraterinnen) im obigen Text verzichtet; es sind jedoch stets beide Formen gemeint.