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Collateral Management

Verschiedene Einflüsse verändern aktuell die Sicht auf das Collateral Management sowohl auf der Buy- als auch auf der Sell-Side. Die Änderungen sind durch vier wesentliche Faktoren getrieben: sich verändernde und verschärfende regulatorische Anforderungen (1), neue Marktstandards (2), die Verknappung hochwertiger und liquider Assets (3) und ein Collateral Gap durch das Kundengeschäft (4).

(1)    Als Reaktion auf die Finanzkrise haben Regulatoren weltweit umfangreiche regulatorische Änderungen angestoßen. In Europa ist die sogenannte European Market Infrastructure Regulation (EMIR) bereits seit August 2012 in Kraft. Sie fordert das zentrale Clearing von standardisierten OTC-Derivaten. Das Clearing von bisher ungecleartem (bilateralem) OTC-Geschäft bringt erhebliche zusätzlichen Collateralbedarf mit sich. Außerdem wird eine Besicherung von nicht gecleartem Geschäft vorgeschrieben. Neben EMIR führen weitere Regularien zu Anpassungsbedarf. Aus Basel III heraus muss zukünftig ein ausreichender Liquiditätspuffer unter Stressszenarien vorgehalten werden (Liquidity Coverage Ratio).

(2)    Neue Marktstandards zwingen die Marktteilnehmer zu Veränderungen. Es ist ein Trend zum vermehrten Abschluss von CSAs im Interbankengeschäft zu beobachten. Dies wird sich im Zuge der oben erwähnten Regularien zum Standard entwickeln. Als weitere neue Entwicklungen sind die OIS-Diskontierung oder die Entwicklung des SCSAs zu sehen.

(3)    Aus der oben beschriebenen, stark regulatorisch getriebenen, Erhöhung der Nachfrage nach liquiden Assets einerseits und des sinkenden Angebots (Downgrades) andererseits, ergibt sich eine Verknappung dieser Assets („Collateral Crunch“).

(4)    Ein Collateral Gap durch Kundengeschäft kann auftreten, falls Kundenderivate unbesichert sind aber Hedges am Interbankenmarkt gecleart oder besichert werden. Ebenso kann sich ein Gap in der Qualität der erhaltenen und gestellten Sicherheiten ergeben.

 

Aus diesen Trends ergibt sich Anpassungsbedarf in verschiedener Hinsicht. Es ist die regulatorische Timeline genau zu beobachten und Muss-Themen im Collateral Management rechtzeitig anzustoßen und umzusetzen.  Aus der Verknappung liquider Assets resultiert eine erhöhte Bedeutung des Collateral Management und ein verstärkter Bedarf, vorhandene Assets optimal einzusetzen. 

Die Bündelung von Collateral Management Aufgaben und eine optimierte Allokation zu den verschiedenen Obligationen kann Ressourcen für andere Verwendungen freisetzen und damit Kosten reduzieren (z.B. Secured Funding über Repo- und Wertpapierleihe Geschäfte statt Unsecured Funding). Dabei sollte das Collateral Management in die wichtigsten Steuerungsprozesse der Bank integriert werden. Dies erfordert Schnittstellen zum Risiko-Management und -Controlling, Treasury, dem Handel und der Handels- und Wertpapierabwicklung.

Der Governance Ansatz im Front Office und Back Office ist im Sinne einer einheitlichen Steuerung zu überdenken und geeignete Anreize für eine optimale Collateral-Nutzung sind zu setzen. Außerdem stellt sich die Frage, ob Funding Value Adjustments (FVA) zu berücksichtigen sind. Die beschriebene Entwicklung führt zu einer erhöhten Nachfrage nach entsprechenden Kundenservices. Dies ermöglicht Banken maßgeschneiderte Collateral Services zu entwickeln und damit die Kundenbindung zu erhöhen.

 

Wir unterstützen sie gerne bei der Erfüllung regulatorischer Anforderungen, der strategischen Ausrichtung ihres Collateral Management und der Entwicklung maßgeschneiderter Kundenservices. Dabei begleiten wir sie von der fachlichen Konzeption, über die Definition relevanter Prozesse bis hin zur Anpassung oder Implementierung der benötigten IT-Systeme und Infrastruktur.

 

Ausführliche Informationen zu unseren Referenzen und unserem Vorgehen zum Thema Collateral Management erhalten Sie telefonisch unter 69-90737-0 oder per Mail an info@remove-this.d-fine.de, Stichwort „Collateral Management“.